Schwarzstorch-Blog II

Erstellt von Friedhelm Petzke
Blog

Den Schwarzstörchen in den Horst geschaut: wir beobachten die seltenen Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Nach über 30 Tagen Brutzeit schlüpfte in der ersten Maiwoche das erste Küken. In den darauffolgenden Tagen sind weitere geschlüpft, insgesamt sitzen nun vier Küken im Horst. Das fünfte Ei ist wahrscheinlich unbefruchtet gewesen, was bei Schwarzstörchen nicht ungewöhnlich ist.

Im gesamten, 384 km² umfassenden Naturpark Aukrug brüten vier Schwarzstorchpaare und bilden damit den Schwerpunkt der schleswig-holsteinischen Population. Grund dafür sind die hier vorhandenen, für die Großvögel idealen Bedingungen aus Strukturreichtum, Gewässern und extensiv genutzten Feuchtwiesen.

Schwarzstorch-Blog I

Den Schwarzstörchen in den Horst geschaut: wir beobachten die seltenen Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Mit großer Freude können der Naturpark Aukrug e.V. und der Naturschutzring Aukrug e.V. mitteilen, dass es dieses Jahr exklusive Einblicke in die Jungenaufzucht eines Schwarzstorch-Pärchens geben wird. In Zusammenarbeit mit der ‚AG Schwarzstorchschutz‘ als Bestandteil der Projektgruppe Seeadlerschutz e.V. haben wir die Möglichkeit, einen im Naturpark befindlichen Naturhorst mit einer Kamera zu beobachten. Die Arbeitsgruppe Schwarzstorchschutz ist seit mehreren Jahrzehnten um Beobachtung, Erhalt und Stärkung der Population der namensgebenden Waldvogelart im Echten Norden bemüht. So errichtet sie unter anderem Kunsthorste in geeigneten Lagen, um den seltenen Tieren leichtere Möglichkeiten zur Jungenaufzucht anzubieten, was diese auch teilweise annehmen.

Schwarzstörche sind äußerst scheue Vögel, weshalb der genaue Standort des Horstes nicht preisgegeben wird. So sollen menschliche Störungen ausgeschlossen bleiben, die den Bruterfolg der in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuften Art gefährden würden. 2020 wurden im gesamten Bundesland nur sechs oder sieben Schwarzstorchreviere genutzt.

Alte Laubmischwälder, die reich an Strukturen, Lichtungen, Tümpel, Teichen und Fließgewässern sind, bilden den idealen Lebensraum für Schwarzstörche. Wenn sich obendrein extensiv genutzte Feuchtwiesen in der Nähe befinden, ist das Schwarzstorchhabitat perfekt. Mit solchen Gegebenheiten kann der Naturpark Aukrug reichlich aufwarten.

Was bisher geschah

In der vorletzten Märzwoche kehrte unser Schwarzstorchpaar aus ihrem Winteraufenthalt im Süden zurück. Wie auf den Bildern zu sehen ist, besserten die Altvögel den Horst aus und polsterten den inneren Bereich mit frischem Moos. Den Horst bauten die Schwarzstörche vor einigen Jahren selbst.

In der ersten Aprilwoche begann die Eiablage, etwa alle zwei Tage kam ein weiteres Ei hinzu. Insgesamt fünf Eier legte das Weibchen. Generell sind die rundovalen Schwarzstorcheier etwa 6,6 cm lang und 4,9 cm breit und haben eine weißliche Schale. Das Gelege wird von beiden Elternteilen bebrütet.

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