Dem Riesen-Bärenklau an den Kragen gehen

Erstellt von Friedhelm Petzke
Maßnahme

Es ist Sommer und der imposante Riesen-Bärenklau steht nun in voller Blüte. Die in mehrfacher Hinsicht gefährliche Art wird problemlos über zwei Meter groß. Kein anderer Doldenblütler erreicht hierzulande solche Dimensionen. Da Riesen-Bärenklau in Deutschland ein invasiver Neophyt ist und bei direktem Hautkontakt zu schweren Verbrennungen führen kann, muss dessen Ausbreitung eingedämmt werden. Deswegen sind die Mitarbeiter des Naturschutzringes Aukrug dieser Tage mit Messern, langen Klamotten und Gummihandschuhen unterwegs und schlagen die weißen Dolden samt den Blättern ab.

Doch warum ist der Riesen-Bärenklau hierzulande ein Problem?

Riesen-Bärenklau enthält Furocumarine. Diese Substanzen wirken photosensibilisierend. Bei Hautkontakt treten dann in Kombination mit Sonnenlicht Reizungen, Rötungen, Entzündungen bis hin zu Verbrennungen auf. Im schlimmsten Fall kann dann ein langwieriger Krankenhausaufenthalt die Folge sein. Direkte Berührungen mit der Pflanze müssen also unbedingt vermieden werden!

Der aus dem Kaukasus stammende Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist hierzulande invasiv. Das bedeutet, dass er gegenüber heimischen Wildpflanzen sehr konkurrenzstark ist. Etabliert sich beispielsweise an einem kleinen Bach eine Pflanze, so kann innerhalb weniger Jahre der gesamte Bachlauf von Riesen-Bärenklau dominiert und sämtliche Flora verdrängt sein.

Die Blütenstände bieten mit ihrer beeindruckenden Größe (30-50 cm Durchmesser!) zwar reichlich Nahrung für Insekten, sind jedoch auch in der Lage enorme Mengen an Samen zu produzieren. Vor allem entlang von Gewässern und auch teilweise an Fahrwegen breitet sich der Neophyt aus. Allein durch die Größe seiner Blätter ist der Neophyt in der Lage, andere Pflanzen komplett zu beschatten. Die Blattspreiten sind drei-, fünf- oder neunteilig fiederschnittig, wobei einzelne Blattabschnitte bis zu einem Meter lang und 20 cm breit werden können. Riesen-Bärenklau bildet zudem keinen Wurzelfilz aus, wie das zum Beispiel bei einer geschlossenen Grasnarbe der Fall wäre. Dadurch ist eine von Riesen-Bärenklau dominierte Uferböschung nicht gegen Erosion gefeit und stellt bei Hochwasser ein erhöhtes Risiko dar.

Mit seinem heimischen Verwandten, dem wesentlich kleineren Wiesen-Bärenklau, sollte der Riesen-Bärenklau übrigens nicht verwechselt werden. Diese Art wird höchstens anderthalb Meter hoch, hat keinen purpurn gefleckten Stängel und nur etwa tellergroße Blütenstände.

Der Naturschutzring Aukrug bleibt auch die kommenden Jahre am Ball, um die Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus einzudämmen. Sollten Sie einzelne Pflanzen oder Vorkommen entdeckt haben, dann melden Sie uns diese bitte telefonisch unter der 04873/8714660 oder mit Ortsangabe und -beschreibung per Mail an info@naturschutzring-aukrug.de. Für Rückfragen oder Bestimmungshilfe stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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