Kauf einer Teichanlage in Aukrug durch die Schrobach-Stiftung

Allgemein

Zum Jahresende 2022 hat der Fischwirtschaftsmeister Jan Kemnitz seinen Fischzuchtbetrieb eingestellt und einen Großteil seines Anwesens an die gemeinnützige Schrobach-Stiftung veräußert. Hierzu zählen neben dem Wohngebäude und dem Betriebsgelände auch der überwiegende Teil der Fischteiche und Wälder, insgesamt 43 ha Fläche.

Die Anlage liegt mitten im Naturpark in der Gemeinde Aukrug. Sie beinhaltet fast 60 Teiche, die in eine Landschaft aus unterschiedlichen Waldflächen eingebettet sind. Das Gelände wird vom Kapellenbach durchflossen, der auch einige Teiche speist. Dieser Quellbach, der in die Bünzau mündet, ist schon seit Jahren im Fokus des Naturschutzes. Einige Abschnitte außerhalb des Betriebsgeländes wurden vom Naturschutzring Aukrug bereits entrohrt und naturnah gestaltet. Aufgrund der vielfältigen und artenreichen Landschaft aus Teichen, Verlandungsgesellschaften, Buchen- und Eichenwäldern sowie mehreren Waldquellen wurde das Gebiet bereits vor Jahren in das Europäische Schutzgebietssystem „Natura 2000“ aufgenommen. Dass sich hier trotz oder auch wegen der Teichwirtschaft eine so vielfältige Natur erhalten konnte, ist der umsichtigen und eher extensiven Wirtschaftsweise von Herrn Kemnitz zu verdanken. Seit einigen Jahren ist diese aber kaum mehr rentabel. Dabei spielt auch die Ansiedlung von Fischschottern auf dem Gelände eine Rolle. Die Tiere mit ihrem großen Appetit auf Fisch waren ein Grund für die Entscheidung von Herrn Kemnitz, seinen Betrieb einzustellen.

Die Schrobach-Stiftung hat für den Erwerb umfangreiche Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein erhalten und ist zukünftig für die Umsetzung der in einem Managementplan festgelegten Ziele für dieses FFH-Gebiet verantwortlich. Beispielsweise sollen sich die Wälder weiter zu naturnahen Beständen mit einer Vielfalt an Lebensräumen für typische Waldbewohner und einem hohen Totholzanteil entwickeln. Vorhandene alte Laubbäume sollen ihr natürliches Lebensalter erreichen dürfen, Amphibien wie Kammmolch und Knoblauchkröte sich möglichst ausbreiten, die Quellfauna soll sich ungestört entwickeln und die grundwasserbeeinflussten Feuchtwälder sollen besonders geschützt werden.

Die Umsetzung von Naturschutzzielen ist aber nur ein Grund für den mit erheblichen Eigenmitteln der Stiftung erfolgten Erwerb. Ein weiterer ist: Die Schrobach-Stiftung möchte das dorfnahe Areal einschließlich der Gebäude gemeinsam mit dem Naturschutzring und dem Naturparkverein sowie der Gemeinde gern zu einer Art Naturschutzzentrum entwickeln, in dem interessierte Bürger sich über die landschaftlichen Besonderheiten des Aukrugs und den praktizierten Naturschutz vor Ort informieren können. Auch umweltpädagogische Belange sollen dabei nicht zu kurz kommen. Aufgrund vorhandener betrieblicher Anlagen sind darüber hinaus auch Nutzungsmöglichkeiten für Vereine bzw. Verbände vorhanden, die sich dem Schutz gefährdeter Arten in und an Gewässern verschrieben haben. Das Areal scheint aufgrund seiner Lage für eine Bündelung von Naturschutzaktivitäten ideal zu sein.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen die Pläne konkretisiert werden, um dann möglichst in der zweiten Jahreshälfte mit der Umsetzung zu beginnen. Bei allem ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Naturschutzring Aukrug, dem Naturparkverein und Gemeinde Aukrug geplant.

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