Schwarzstorch-Blog 2026-II

Den Schwarzstörchen in den Horst geschaut: wir beobachten die seltenen Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Mittlerweile sind vom Weibchen vier Eier gelegt worden und es begann das Brutgeschäft. Beide Eltern wechseln sich mit dem Brüten ab und umsorgen ihr Gelege, wobei die Eier behutsam mit dem Schnabel immer wieder arrangiert werden. Währenddessen bringt der andere Elter weitere Moospolster für die Ausstaffierung des Horstes.

Im gesamten, 384 km² umfassenden Naturpark Aukrug brüten mehrere Schwarzstorchpaare und bilden damit den Schwerpunkt der schleswig-holsteinischen Population. Grund dafür sind die hier vorhandenen, für die Großvögel idealen Bedingungen aus Strukturreichtum, Gewässern und extensiv genutzten Feuchtwiesen.

Nach über 30 Tagen Brutzeit schlüpfte in der zweiten Maiwoche das erste Küken. Eines der vier Eier wurde von den Altvögel beiseite geschoben und befindet sich nicht mehr innerhalb des Moospolsters, wird also auch nicht bebrütet. Die genauen Gründe sind unklar, vielleicht haben die Eltern bemerkt, dass es sich um ein unbefruchtetes Ei handelt.

Schwarzstorch-Blog 2026-I

Den Schwarzstörchen in den Horst geschaut: wir beobachten die seltenen Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Mit großer Freude können der Naturpark Aukrug e.V. und der Naturschutzring Aukrug e.V. mitteilen, dass es dieses Jahr exklusive Einblicke in die Jungenaufzucht eines Schwarzstorch-Pärchens geben wird. In Zusammenarbeit mit der ‚AG Schwarzstorchschutz‘ als Bestandteil der Projektgruppe Seeadlerschutz e.V. haben wir die Möglichkeit, einen im Naturpark befindlichen Naturhorst mit einer Kamera zu beobachten. Die Arbeitsgruppe Schwarzstorchschutz ist seit mehreren Jahrzehnten um Beobachtung, Erhalt und Stärkung der Population der namensgebenden Waldvogelart im Echten Norden bemüht. So errichtet sie unter anderem Kunsthorste in geeigneten Lagen, um den seltenen Tieren leichtere Möglichkeiten zur Jungenaufzucht anzubieten, was diese auch teilweise annehmen.

Schwarzstörche sind äußerst scheue Vögel, weshalb der genaue Standort des Horstes nicht preisgegeben wird. So sollen menschliche Störungen ausgeschlossen bleiben, die den Bruterfolg der in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuften Art gefährden würden. 2020 wurden im gesamten Bundesland nur sechs oder sieben Schwarzstorchreviere genutzt.

Alte Laubmischwälder, die reich an Strukturen, Lichtungen, Tümpel, Teichen und Fließgewässern sind, bilden den idealen Lebensraum für Schwarzstörche. Wenn sich obendrein extensiv genutzte Feuchtwiesen in der Nähe befinden, ist das Schwarzstorchhabitat perfekt. Mit solchen Gegebenheiten kann der Naturpark Aukrug reichlich aufwarten.

Was bisher geschah

Anfang April kehrte unser Schwarzstorchpaar aus ihrem Winteraufenthalt im Süden zurück. Wie auf den Bildern zu sehen ist, besserten die Altvögel den Horst aus und polsterten den inneren Bereich mit frischem Moos. Den Horst bauten die Schwarzstörche vor einigen Jahren selbst.

Am 14. April begann die Eiablage, zwei Tage später legte das Weibchen das zweite Ei. In den kommenden Tagen ist mit weiteren zu rechnen. Generell sind die rundovalen Schwarzstorcheier etwa 6,6 cm lang und 4,9 cm breit und haben eine weißliche Schale. Das Gelege wird von beiden Elternteilen bebrütet.

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