Projekte

Boxberg

Der Boxberg bietet von seiner Spitze einen weiten Überblick über den zentralen Naturpark Aukrug. Da zudem einige Wanderwege zum Spazieren einladen, ist er ein überregional bekanntes Ausflugsziel geworden. Seit dem Kauf des Gebiets durch die Schrobach-Stiftung 2008 kümmern wir uns intensiv um die Entwicklung sowohl der Angebote für Erholungssuchende wie um die Pflege der wertvollen Heidefläche.
Für Besucher wurde ein neuer Fitness-Pfad angelegt, die Wege neu ausgeschildert und verschiedene Informationstafeln aufgestellt. Die Heide wurde von überschüssigen Bäumen befreit, ein entwässertes Tal wieder vernässt und ein Südhang als neue Heidefläche gestaltet.

Der umliegende Wald wird schrittweise in einen Naturwald umgewandelt. Das bedeutet einen Wald zu schaffen, der aus verschiedenen standorttypischen Laubbäumen besteht. Ein Naturwald ist  vielschichtig mit einer Strauchschicht im Unterholz und allen vorkommenden Altersklassen der bestandsbildenen Baumarten aufgebaut. Dabei schafft vor allem die Zerfallsphase der Bäume wichtige Totholzstrukturen, die für viele Tierarten und Pilze Habitat sind.

 

ERNA

Der im Naturschutzring gegründete Verein ERNA (Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug) pflegt mit seinen urtümlichen Heckrindern seit 2002 wertvolles Grünland. Die Mitglieder kümmern sich mit viel ehrenamtlichem Engagement um die Rinder und die Entwicklung der mittlerweile drei Weidelandschaften (zusammen 170 ha) an der Bünzau, der Buckener Au sowie am Kirchweddelbach in Fitzbek.

Durch die ganzjährige, extensive Beweidung entsteht auf den Wiesen eine vielfältige Vegetationsstruktur, die sich auf viele Pflanzen- und Tierarten positiv auswirkt. Zudem haben wir uns bemüht, die Flächen zu vernässen sowie durch Gewässer und neue Gehölze für Tiere wie Amphibien und Vögel noch attraktiver zu machen.

Bei unseren gut 100 Heckrindern handelt es sich um eine imposante Kreuzung verschiedener Rassen, die in ihrem Aussehen dem im 17. Jahrhundert ausgerotteten Auerochsen nahe kommen soll. Die namensgebenden Brüder Heck kreuzten seit den 1930er Jahren spanische Stiere, Schottische Hochlandrinder, Ungarische Steppenrinder und mehrere andere ursprüngliche Rinderrassen.

Nähere Informationen auf der Internetseite des Vereins: www.erna-aukrug.de

 

Bünzau

Im Talraum der Bünzau konnten im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens zahlreiche Flächen für den Naturschutz gesichert werden. Südlich der B430 konnte so auf über 3,8 km Länge der gesamte Talraum zu Gunsten der Schrobach-Stiftung erworben werden, so dass hier nicht nur eine ERNA- Weide entstand, sondern wir 2012 verschiedenste, umfangreiche Gewässerkomplexe anlegen konnten. Diese stehen bei Hochwasser mit der Bünzau in Kontakt, haben verschiedene Tiefen und Lagen, so dass sie unterschiedlichsten Ansprüchen beispielsweise von Jungfischen, Amphibien und Libellen gerecht werden.

In den ebenfalls von uns betreuten Wäldern, die an den Talraum angrenzen, finden sich kleine Heidelichtungen, mit Eichen bewachsenen Binnendünen sowie ganz unterschiedliche Waldtypen. Durch spezielle Pflegemaßnahmen erhalten und fördern wir hier die größte natürliche Arnika Wiese Schleswig-Holsteins, die hier vorkommenden seltene Heidelerche sowie die Heidefläche um die sogenannten „Dithmarsischen Berge“.

Auf dem ausgeschilderten Bünzau-Wanderweg bekommt man einen guten Eindruck von der schönen und abwechslungsreichen Landschaft.

 

Fledermäuse

Die Artengruppe der Fledermäuse erfährt deutschlandweit besondere Aufmerksamkeit. Diese fliegenden Säugetiere genießen einen gesetzlichen Schutz durch die Flora-Fauna-Habitat (FFH) Richtlinie der EU und das Bundesnaturschutzgesetz. Der Grund dafür ist ein dramatischer Rückgang der Individuenzahlen, so dass 17 der 23 in Deutschland vorkommenden Arten in der Roten Liste der bedrohten Tierarten geführt werden. Als Hauptursache ist der Verlust der natürlichen Lebensräume zu nennen.

Auch in unserem Projektgebiet kommen 10 der 15 in Schleswig-Holstein vorkommenden Arten vor. Sie finden in der abwechslungsreichen Landschaft, einem Mosaik aus Grünländereinen und Wäldern mit eingestreuten Teichen und Fließgewässern, besonders geeignete Lebensräume. Im Raum Aukrug liegen außerdem regional bedeutsame Winterquartiere, wo die Tiere ihren frostfreien Winterschlaf halten.

Wir tragendurch verschiedene spezielle Maßnahmen zum Schutz der Fledermäusen bei: So wurden z.B. Fledermausflachkästen an privaten Häusern angebracht, um den durch Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen häufigen Verlust von Spalten und Höhlenangeboten entgegen zu wirken. Auch in den naturnahen Wäldern der Schrobach-Stiftung wurden gut 200 Fledermauskästen aufgehängt. Durch den langsamen Umbau zu Naturwäldern sind dort zunächst wenige Höhlen vorhanden, sodass mit dem Angebot von künstlichen Fledermausquartieren eine Lücke geschlossen wird. Des Weiteren werden die oben genannten Winterquartiere in zwei Erdkellern in Tönsheide und in einem alten Stollen der ehemaligen Ziegelei Aukrug unterhalten. Es wurden dort mit Steinen verschiedene Versteckmöglichkeiten für die Fledermäuse hergerichtet und die Zugänge so gestattet, dass die Tiere ungestört durch den frostfreien Winterschlaf kommen können.

Anfang des Jahres werden die Winterquartiere gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz (AGF) kontrolliert und die vorgefundenen Individuenzahlen dokumentiert. Hier die Zahlen der letzten fünf Jahre.

 

 

Aktuelle Liste der Winterquatiere in Aukrug
Art / Ort         Jahr 2013 2014 2015 2016 2017
Ziegelei-Stollen
Wasserfledermaus 16 16 13 15 14
Fransenfledermaus 9 4 3 2
Braunes Langohr 2 1 1 3
Gesamt 27 20 17 16 19
Tönsheide-Keller
Wasserfledermaus 34 39 35 43 37
Fransenfledermaus 22 28 40 38 28
Braunes Langohr 7 9 17 16 6
Gesamt 63 76 92 97 90

 

 

Naturpark Aukrug Guide

Gemeinsam mit dem Naturpark Aukrug e.V. haben wir unser bisher größtes Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt, was das zum Ziel hat, den Naturpark für Touristen und Erholungssuchende attraktiver zu machen und den Besuchern spannende Informationen über die naturkundlichen Besonderheiten des Gebiets zu bieten. Neben einem ausführlichen Internetauftritt des Naturpark Vereins, wurde 2015 ein für Smartphones entwickelter Naturpark Guide erstellt. Die Smartphone-App für Wanderer, Spaziergänger und Urlauber im Naturpark Aukrug, nutzt die GPS Eigenschaften der Smartphones, und ist auch offline nutzbar. Auf dem Smartphone werden Wandertouren mit genauem Kartenmaterial und Zusatzinformationen zu Flora und Fauna angeboten. Per GPS kann der Wanderer sehen, an welcher Stelle der Route er sich befindet. Nähert er sich einem Informationspunkt öffnet sich automatisch ein Hinweis zu den örtlichen Besonderheiten. In der ersten Version werden zehn Wanderrouten angeboten. Zudem beinhaltet die App ein Natur-Quiz sowie sämtliche Infos zu Gastronomie und weiteren Sehenswürdigkeiten im Naturpark Aukrug.