Home 2016 Oktober 26 Im Wald…

Im Wald…

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Mit dem Herbst hat in den Wäldern der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung wieder die Zeit des Waldumbaus begonnen und man hört vielerorts das Brummen der Sägen und Holzerntemaschinen. Manche der Wälder, die allesamt ausschließlich für Naturschutzzwecke erworben wurden, sind bereits artenreiche Naturwälder mit vielen heimischen Baum- und Straucharten in allen Lebensstadien, also vom Sämling bis hin zum in sich zusammenfallenden Totholz.

Andere Flächen sind als ehemalige Wirschaftswälder mit der hierfür typischen, Baumarten- und Altersklassenarmut noch in einem naturfernen Zustand. Um auch diese Flächen zu naturnahen Laubwäldern zu entwickeln, sind von Jahr zu Jahr Umbaumaßnahmen notwendig. Der Zielwald ist nicht nur weit vitaler gegenüber Stürmen, Schadinsekten und Immissionen als es die derzeitigen Nadelholzmonokulturen in unseren Lagen je sein können.

Darüber hinaus bieten naturnahe Wälder vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, wie in Aukrug etwa dem Schwarzstorch, dem Seeadler, zwölf verschiedenen Fledermausarten oder dem Kammmolch. Das Vorkommen dieser teilweise sehr seltenen Arten war auch ein Grund für Ausweisung großer Bereiche der Schrobach- Wälder zu FFH-Gebieten, europäischen Schutzgebieten nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Für alle FFH- Gebiete wurden die nötigen und geplanten Maßnahmen zum Umbau in naturnahe Wälder beschrieben. Zu diesen Maßnahmen gehören der Abbau alter Wildzäune, die aktive Schaffung von stehendem Totholz, das Pflanzen neuer Laubbäume unter alten Nadelholzbeständen, das Pflegen der eingestreuten Heideflächen, der Schutz der zahlreichen Kleingewässer und Quellen sowie das Entfernen standortfremder Baumarten wie z.B. der Fichte und der amerikanischen Traubenkirsche.

Die holzwirtschaftlich nutzbaren Nadelbäume werden zur Zeit durch Durchforstungsarbeiten geerntet und von Maschinen an für LKWs befahrbare Straßen gebracht. Die dabei in Mitleidenschaft gezogenen Waldwege werden nach Vollendung der Arbeiten wieder instandgesetzt. Abhängig vom Ausgangszustand kann der Waldumbau sogar einige Jahrzehnte dauern. In den Bereichen, wo der Waldumbau schon abgeschlossen ist, greift man nie wieder ein und überlässt den Wald seiner natürlichen Entwicklung.

Author: Jan-Marcus Carstens

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